Sankt Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehr

Der heilige Florian ist unter anderem Schutzpatron der Feuerwehr. Dabei wurde der frühchristliche Märtyrer im Fluss ertränkt. Zudem ist sein Feiertag an diesem Freitag – neben Grillfesten – mit eingängigen Wetterregeln verbunden.

„Florian“ ist ein überaus beliebter Vorname für Jungen. In den 90er Jahren führte er, der „der Blühende“ oder „Prächtige“ heißt, sogar lange die Hitlisten an. Auch die Kurzformen Flori, Floris oder Florin sind beliebt von Österreich, der Schweiz bis nach Rumänien.

Stammvater der Floriane ist natürlich ein Heiliger: ein frühchristlicher Märtyrer aus dem heutigen Oberösterreich. Dort wie in Bayern wird er heute am intensivsten verehrt, unter anderem als Patron der Feuerwehr und als Helfer gegen Feuersbrünste.

Guter Draht zum Wasser

Das an sich ist schon kurios – denn nach seinem Martyrium wurde er ausgerechnet im Fluss ertränkt. Vielleicht ist ja auch gerade dieser gute Draht zum Wasser die Begründung. Auf jeden Fall ist der Titel jüngerer Natur; bis ins 15. Jahrhundert bekleideten nämlich der heilige Laurentius (10. August) – der mit dem Rost – und die heilige Agatha (5. Februar) dieses Amt.

Doch von vorn. Die Florianslegende ist unzählige Male erzählt worden, umrankt von immer neuen Elementen. Wenige Jahre, bevor das Christentum unter Kaiser Konstantin seinen Siegeszug antrat, versuchte sein Vorgänger Diokletian (284-305) noch einmal einen Rollback. Zu seiner Reform des Römischen Reiches sollte auch gehören, die alten Götter wieder zu verehren. Die sich ausbreitenden Christen gehörten nach diesem Konzept verfolgt.

Der Kern der Überlieferung klingt ungefähr so: Der einstige Offizier und hohe römische Beamte Florian hört, dass 40 Mann seiner früheren Einheit als Christen hingerichtet werden sollen. Von Aelium Cetium (dem heutigen Sankt Pölten) eilt er ihnen nach Lauriacum (Enns-Lorch) zu Hilfe, dem Verwaltungssitz der Provinz Noricum. Dort suchen schon Soldaten auf Befehl des Statthalters Aquilinus nach weiteren Christen.

Bekenntnis zu Christus

Florian stellt sich unerschrocken und wird – wohl ein mulmiges Gefühl für seine alten Kameraden – dem Statthalter vorgeführt. Der glaubt an einen Scherz: einer seiner besten und höchsten Beamten! Doch Florian ist entschlossen; all die Juxe, Kumpeleien und Ermunterungen von Aquilinus, doch mal eben den alten Göttern zu opfern und dann seiner Wege zu ziehen, schlägt Florian aus und bekennt sich zu Christus. Der Statthalter wird immer wütender. Die Lage eskaliert: Schläge, Folter, Todesurteil folgen.

Florian soll mit einem Stein um den Hals in der Enns versenkt werden, damit kein Ort und keine Überreste zur Verehrung bleiben. Doch die Soldaten zögern und lassen ihn, der schon auf der Brüstung steht, über eine Stunde lang laut zu Gott beten. Ein Passant wirft ihn am Ende hinab. Doch der Fluss gibt die Leiche alsbald heraus und legt sie auf einen Felsen; von dort wird er von einem Ochsenkarren zur Bestattung an einen Ort gebracht, wo zu seiner Verehrung später eines der größten Stifte Österreichs entsteht: Sankt Florian bei Linz. Hier wirkte im 19. Jahrhundert unter anderem der Komponist Anton Bruckner als Organist.

Ausgerechnet ein Mann, der bis zum Tod für andere eintrat, wird am Ende zum Gewährsmann für das sogenannte Sankt-Florians-Prinzip, so wie es – wohl ursprünglich scherzhaft gemeint – an vielen Hauswänden niedergeschrieben ist: „Heiliger Sankt Florian, schon‘ unser Haus, zünd‘ andere an.“ Dieses Prinzip wird heute auf quasi alle Lebensbereiche angewandt: Sparmaßnahmen? Nicht hier – bitte in der Nachbarabteilung. Diskriminierung? Nicht uns – lieber die andere Weltanschauung. Das hätte dem echten Florian ganz sicher nicht gefallen…

Grillfeste und Wetterregeln

Viele (Grill-)Feste der Feuerwehr (auch „Floriansjünger“ genannt) finden an Sankt Florian statt. Auch ist er Patron der Töpfer, Fassmacher, Schmiede, Kaminfeger, Seifensieder, Winzer und Brauer.

Und er wird angerufen bei Dürre, Unfruchtbarkeit der Felder, Brandwunden; zudem gegen Feuer, Wasser und Sturm. Da ist eine ganze Menge zu tun.

Auch Wetterregeln sind mit dem Florianstag, dem 4. Mai, verbunden. Sie beziehen sich vor allem auf die Kapriolen, die zum Mai-Anfang noch möglich sind: „Der Florian, der Florian, noch einen Schneehut tragen kann.“ Oder: „War’s an Ambrosius [4. April] schön und rein, dann wird’s an Florian wilder sein.“ Schließlich: „Florian und Gordian [10. Mai] richten oft noch Schaden an.“ Auch das gehört zu jenen Widersprüchen, mit denen der legendäre Florian am Ende leben muss: ein Schutzpatron, der Schaden anrichten kann.